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Der Sachsenstein   22.01.2016

Der kulturelle Teil des Jahresprogramms 2016 des ZV Breitungen begann am 22. Januar um 19:00 Uhr mit einem Lichtbildervortrag über: „Wahrheit und Legenden rund um den Sachsenstein“.

Der Sachsenstein wurde bereits vom Heimatdichter Chr. L. Wucke erwähnt. Er stand ursprünglich am „Großen Balz“ in der Nähe der „Entenpfütze“. Dort sollte er an den bei einem tragischen „Jagdunfall“ zu Tode gekommenen herzoglichen Jäger und Büchsenspanner Johannes Sachs erinnern.

Der tragische „Jagdunfall“ ist wohl die ursprüngliche Darstellung des Ereignisses vom 06. Juni 1722 am „Großen Balz“. In der Überlieferung spricht man aber weniger von einem Unfall, sondern die eigentliche Schuld am Tode des J. Sachs wird seinem Dienstherren angelastet. Der Täter habe an dieser Stelle einen unbequemen Mitwisser beseitigt.

Laut Frauenbreitunger Kirchenbuch wurde Johannes Sachs auf dem Kirchhof zu Frauenbreitungen beerdigt. Das Denkmal hat an seinem ursprünglichen Stand-ort Herzog Ernst Ludwig 1. errichten lassen. Schon zu Lebzeiten dieses Herzogs gab es Gerüchte und Zweifel an der offiziellen Darstellung der Geschehnisse.

Der Sachsenstein wurde auf Veranlassung des Herzogs am ursprünglichen Standort errichtet, taucht dann wieder in der Novelle von Chr. L. Wucke auf und wird 1909 in –Bau und Kunstdenkmäler Thüringens – wieder erwähnt. Um 1909 wird dann auf Betreiben der Forstverwaltung die Inschrift erneuert. Mit dem Bedeutungswandel des Pleßhauses in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts gelangt auch der Sachsenstein mehr und mehr in das Bewusstsein der Pleßbesucher zurück. Im Verzeichnis – Naturdenkmale und Baudenkmale im Kreis Meiningen – erscheint der Stein 1940 wieder unter Nr. 129, Sachsenstein.
Ab 1962 liegen das Pleßhaus und auch der Sachsenstein im militärischen Sperrgebiet. Im Zuge der Einrichtung des militärischen Übungsgeländes wurde der Stein am Originalstandort abgebaut (durch wen ist nicht bekannt) und im Straßengraben an der Pleßstraße abgelegt.

Er war bereits zu gewachsen, als er 1981 von Breitunger Heimatfreunden geborgen und an seinen nächsten Standort in der Nähe des umgesetzten Pleßhauses auf dem Heuberg verbracht und dort wieder aufgestellt wurde.
Der neue Standort erwies sich jedoch als sehr problematisch. Der Standort war unter den Bäumen zu feucht und es gab zu geringe Einwirkungen durch Sonne und Wind, welche die Trocknung des Steines beschleunigt hätten. Durch unvernünftige Zeitgenossen wurde der Sachsenstein immer wieder beschädigt und 1985 sogar gänzlich umgeworfen. Er wurde zwar danach wieder aufgestellt aber kurze Zeit später wiederum stark beschädigt.

Wieder vergingen Jahre, die den Verfall des Steines begünstigten.

Im Herbst 2007 wurde dann der Sachsenstein Thema einer Beratung im Vorstand des Rhönklub Zweigvereins Breitungen.
Das Ergebnis war: Der Rhönklub bemüht sich um die Sicherung, Restaurierung und um die Aufstellung des Steins am jetzigen Standort auf dem Pleß. Der Bezug zu seinem ursprünglichen Standort ist dort gegeben, er genießt dort große Aufmerksamkeit durch den unmittelbar daran vorbeiführenden „Hochrhöner“ und der Standort ist maximal von Sonne und Wind beeinflusst.
Am 07. Juni 2008 begannen die Arbeiten und am 03. Oktober 2008 konnte der Sachsenstein restauriert und im neuen Fundament verankert am neuen Standort der Öffentlichkeit übergeben werden.
Der neue Standort erweist sich bis heute als optimal. Bis jetzt konnten keinerlei Schäden durch Witterungseinflüsse und durch Vandalismus festgestellt werden.

Im anfangs erwähnten Vortrag beleuchtet M. Himmel aus Immelborn die Vorgänge um die Entstehung des Steines und kommt durch seine akribischen Recherchen zu erstaunlichen Ergebnissen.

Hans Heller

Januar 2016 a     

Januar 2016 b

Januar 2016 c

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