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Januar 2012

Föür jeden abbes

Die von der Mundartgruppe des Zweigvereins Breitungen veröffentlichten „Breitunger Seiten“, haben sich in ihrer neusten Ausgabe, dem Heft 9, dem Hausberg Breitungens, dem Pleß, gewidmet.

In der Mundart kannst du fast alles sagen und es nimmt dir trotzdem kaum jemand etwas krumm. Jedoch was ist mit dem Schreiben? Das war eines der ersten Probleme, denen sich die Anfang des Jahres 2006 gegründete Mundartgruppe des ZV Breitungen zu stellen hatte. Was nützt es der immer mehr in Vergessenheit geratenen Mundart, wenn sie in vielleicht 25 Jahren wirklich vergessen ist. Und was wäre das für ein großer Verlust für ganze Regionen, denn Mundart ist Kulturgut, was durchaus erhaltenswert ist.

Die einstimmige Meinung der Gründungsmitglieder Rochus Rücker, Hans Heller, Helmut Bachmann, Edgar Römhild, Marlene Pfeifer und Horst Eberlein war, „Wir müssen das was noch erhalten ist aufschreiben“, aber wie?  Da die Schreibweise der Mundart durchaus ein Thema ist, über das man streiten kann, haben sich die o.g. Mitglieder entschlossen eine Schreibweise zu erarbeiten, die eigenständig, lesbar, und verständlich ist. Nach einem Jahr intensiver Arbeit, und Absprachen mit Mundartgruppen aus der Region war es dann geschafft, so glaubten wir. In Anlehnung an eine bereits entwickelte Schreibweise aus der Nachbargemeinde, konnten wir das erste Heft in Breitunger Mundart veröffentlichen. Heute wissen wir, dass unsere Schreibweise für Leute die Mundart sprechen zwar sehr gut lesbar ist, aber wir stellen immer wieder fest, dass sie noch weiter entwickelt werden kann und muss.

Um noch mehr Material bezüglich Mundart zu bekommen, gestalteten wir zur Veröffentlichung des 1. Heftes einen Mundartabend und waren von der Anzahl der dort erschienenen Interessenten überwältigt. Viele Leute übergaben uns Aufzeichnungen in Mundart, die es wert waren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden. So waren wir im Prinzip gezwungen ein neues Heft aufzulegen und so setzt sich diese Geschichte bis heute fort. Unsere Mundartarbeit ist praktisch eine Eigendynamik entwickelt.

Mittlerweilen konnten wir das Heft Nr.9 drucken lassen, welches zum 6.Mundartabend, am 03.02. veröffentlicht wird. Durch das Ausscheiden der Mitstreiter Edgar Römhild und Horst Eberlein, wurde unsere Personaldecke ziehmlich dünn, aber neue Kräfte wie Ursula Weyh, Renate und Klaus Hoßfeld sowie Helga Schleicher und verstärkten unsere Reihen und brachte sehr gute Ideen und somit auch frischen Wind in unsere Gruppe. Da wir uns nicht nur auf Mundart beschränken wollen, berichten wir in unseren Veröffentlichungen auch über Wissenswertes aus und um Breitungen, was sicher den Zuspruch zu unseren Themen sehr gut getan hat. Sicherlich kann man auch in der Mundartarbeit sagen: „Von Nichts wird Nichts.“ Seit nunmehr fast  sieben Jahren treffen sich die „Mundartstreiter“ mindestens einmal im Monat zu einer Arbeitsberatung, der Zweigverein Breitungen unterstützt die Gruppe materiell und finanziell durch Nutzung von Geräten und Anlagen sowie durch die Vorfinanzierung verschiedener Ausgaben.

Besonders erwähnt werden muss an dieser Stelle die „Rhön-Rennsteig-Sparkasse“, die großzügig eine Spende von 500,-€ für die Mundartarbeit bereitstellte. Wir können nur „Danke“ sagen und weiter machen.

Die Arbeit mit der Breitunger Mundart ist über die Jahre zu einer festen Säule der Vereinsarbeit geworden. Nicht zuletzt deshalb, weil sich an dieser Arbeit und an den dazugehörigen Veranstaltungen viele Vereinsmitglieder beteiligen, die hier nicht namentlich genannt wurden, aber denen hiermit ein herzliches „Dankeschön“ gesagt werden soll.

Breitungen 12.01.12

Hans Heller

1.Vorsitzender ZV Breitungen

 

Foto: Annette Recknagel

v.r.n.l.  Rochus Rücker und Hans Heller präsentieren das Ergebnis der Arbeit der Mundartgruppe des ZV Breitungen

 

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