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Kulturfahrt zu Kirchenburgen an der Werra 

Geologie und Historie standen im Mittelpunkt der vom Zweigverein organisierten Veranstaltung  am 15.10.2006. Unter Führung von Christian Riedel besuchten die Teilnehmer die Kirchenburg von Walldorf, den "Eingefallenen Berg" bei Themar und die befestigten Kirchen von Leutersdorf, Vachdorf, Einhausen und Rohr.
Der "Eingefallene Berg" ist durch einen Bergsturz  am 3. April 1595 antstanden. Im Jahr 1137 war an gleicher Stelle der Berg schon einmal ins Rutschen gekommen. Der hier anstehende Kalkstein ist von Spalten und Klüften durchzogen, die durch unterschiedliche Umwewlteinflüsse, wie Verwitterung und Frost- und Tauwechsel, entstehen. Ist der Felskomplex entsprechend gelockert und durchfeuchtet "fließt" dieser durch sein Gewicht auf den darunterliegenden Tonen und rutscht talwärts.
Die Entstehungszeit der befestigten Kirchhöfe und Kirchen fällt in das 14. und 15. Jahrhundert und endet mit dem 30-jährigen Krieg. Sie waren die Antwort der bäuerlichen Bevölkerung auf die Fehden des Adels in der Zeit der Machtkrise der Henneberger und der spätmittelalterlichen Agrargrise. Die von uns besuchten befestigten Kirchen erstaunten die Teilnehmer vor allem durch die noch heute sichtbare Vielfalt der Befestigungssysteme. Walldorf, Rohr und Leutersdorf jeweils auf einem Bergsporn gelegen, dagegen Vachdorf und Einhausen eben im Dorf und zusätzlich mit Gräben gesichert. Überall waren die Bemühungen sichtbar die Anlagen zu erhalten. Besonders deutlich wurde dies in Vachdorf. Die vermutlich aus dem 9. Jahrhundert stammende Krypta unter der Kirche von Rohr übte, nicht zu letzt, durch die sie selbst repräsentierende Geschichte eine unbestimmte Fastination auf uns alle aus.

Im nächsten Jahr ist als Fortsetzung eine Fahrt zu Kirchenburgen der Rhön geplant.

 

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