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Wanderung durch das „Thueringer Tal“

Am Sonntag, den 25.10.2020, wanderten wir trotz Corona durch das Thüringer Tal, einem westwärts auslaufenden Tal des Thüringer Waldes, welches in längst vergangenen Zeiten einmal zum Kloster Frauenbreitungen gehörte.

Unter Einhaltung der gültigen Hygienevorschriften fuhren wir gemeinsam zum „Gleisdreieck“, dem Startpunkt der eigentlichen Wanderung. Wie der Begriff Gleisdreieck schon vermuten lässt, hat das Tal eine lange Bergbaugeschichte, die man heute noch an den Geländebezeichnungen und Strukturen erkennen kann. Des Weiteren weist des Tal auch geologische Besonderheiten auf, denn das Flüsschen Farnbach, welches für die Entstehung des Tales verantwortlich ist, versickert am unteren Ende des Tales und tritt erst wieder einige hundert Meter unterhalb ans Tageslicht, um nach Passieren des Farnbacher Grundes bei Breitungen die Werra zu speisen. 17 interessierte Wanderfreunde hatten sich am Startpunkt eingefunden. Das Örtchen Atterode lag bereits in Blickweite. Ein Ort, der mit den Orten Steinbach und Trusetal die Bergbaugeschichte unserer näheren Heimat geprägt hat. Seit dem frühen Mittelalter wurde in dieser Region nach Erzen und Mineralien gegraben. Je nach der wirtschaftlichen Situation erlebte der Bergbau Höhen und Tiefen, wurde aber 1958 endgültig eingestellt. Die Stollen wurden erst in den 1990er Jahren verwahrt. An Atterode vorbei ging es dann forsch bergan durch den herrlich bunten Herbstwald in Richtung Krätzersrasen. Auch dieser Ort hat seine Besonderheiten, so stammt der Name Krätzersrasen von den Harzkratzern dieses Waldgebietes ab, denn Harz wurde als Grundstoff zur Pechgewinnung und Farbenherstellung auch schon im Mittelalter benötigt. Vor der Wende wurden die dortigen Gebäude durch einen Betrieb als Ferienobjekt und als Kinderferienlager genutzt. Nach der Wende wurde das gesamte Areal veräußert und privatisiert und befindet sich seit dieser Zeit im „Aufbau“. Genutzt wird die Anlage als Unterkunft für Urlauber und zu Feiertagen finden dort öffentliche Feste statt. Nach kurzer Pause, denn dort ist keine öffentliche Gaststätte traten wir den Rückweg in Richtung „Hohe Kling“ an. Dem „Breitunger Rennsteig“ folgend eine auf leicht abfallendem Weg gemütliche Teilstrecke. An der „Hohen Klinge“ bot sich uns bei Sonnenschein ein herrlicher Blick über das von uns durchwanderte Tal, über Teile des Werratales, über die Berge der Rhön, bis hin zum „Hessischen Kegelspiel“. Vorbei an Teilen der Breitunger Landwehr, die hier ihrem Ende zustrebt, ging es dann bergab zum Ausgangspunkt der Wanderung. Nach ca. 9 Kilometern unter Einhaltung der gültigen Hygienemaßnahmen trafen alle gut gelaunt und um etwas Wissen reicher wieder bei den Fahrzeugen ein. Hier endet eine herrliche Herbstwanderung in unserer näheren Heimat.

Hans Heller, Wanderführer

Oktober 2020 a

Oktober 2020 b

Oktober 2020 c

 

Oktober 2020 e


 

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